15.03.2018

Materialeinsatz effektiv reduzieren

Ein geringerer Materialeinsatz wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit sowie die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens aus. Zudem wird die Umwelt geschont. Viele Firmen zögern jedoch, wenn es darum geht, Maßnahmen zur Reduktion des Materialeinsatzes umzusetzen. Hier setzt das Materialeffizienzprogramm EFFIMA von der Landesagentur Umwelttechnik BW an.

EFFIMA hat das Ziel, Unternehmen in Baden-Württemberg für das Thema Materialeffizienz zu sensibilisieren. Gemeinsam mit gut vernetzten, regionalen Partnern aus Baden-Württemberg initiiert Umwelttechnik BW verschiedene Maßnahmen wie Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen, Ideenwettbewerbe und Materialeffizienzwerkbänke In der Metropolregion Rhein-Neckar ist das Umweltkompetenzzentrum Rhein-Neckar e.V. (UKOM) Partner für EFFIMA. Das UKOM wird eine Veranstaltungsreihe, EFFIMA[at]MRN anbieten, um den gewünschten Informationstransfer zu erreichen. Am 6. März fand die Kick-Off-Veranstaltung mit über 100 Teilnehmern in Heidelberg statt.

Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die erfolgreiche Umsetzung von Materialeffizienzmaßnahmen verschiedener Unternehmen., Zudem konnten sie sich mit gleichgesinnten Unternehmern auszutauschen und unterstützende Initiativen der Politik kennenlernen. Die beiden Vorstandsvorsitzenden des UKOM, Jürgen Junker und Ralph Schlusche, eröffneten die Veranstaltung.

Prof. Dr. Thomas Hirth vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Leiter des Think Tank „Industrielle Ressourcenstrategien“, betonte in seiner einleitenden Keynote die Bedeutung einer ganzheitlichen Sicht auf Rohstoffeffizienzstrategien. Es gelte, Rohstoffe, Prozesse und Produkte im Blick zu behalten. Vorstandsmitglied der Heidelberger Druckmaschinen AG Stephan Plenz, stellte eine Möglichkeit für Materialeffizienz mit kundenzentrierter Ausrichtung vor. Im Rahmen der Strategie „Heidelberg goes digital“ wurde unter anderem der Vorstufenworkflow automatisiert. Damit konnte eine Einsparung von Druckplatten, die Einrichtezeit und eine Verminderung der Makulatur (fehlerhaft bedruckte Bögen) um bis zu 90 Prozent erreicht werden.

Eindrückliche Steigerungen von Materialeffizienz erzielt durch Digitalisierung, Prozessoptimierung und intelligente Nutzung als auch Wideraufbereitung von Abfallstoffen wurden in sechs erfolgreichen Best-Practice-Beispielen regionaler Unternehmen präsentiert. Die Apu Gosalia und Dr. Christian Seyfert von der Fuchs Schmierstoffe GmbH stellten die energetische und stoffliche Verwendung von Abfall-Kondensat vor, während Dr. Rüdiger Herpich von der Lanxess Deutschland GmbH die Realisierung von Materialeffizienz am Standort Mannheim mit Hilfe einer neuen Verschaltung von Kesseln und Reaktoren zeigte, durch die Phenol (Ausgangsstoff zur Herstellung von Kunststoffen) aus Prozessabwasser zurückgewonnen werden kann. Dass auch der Einsatz neuer Produktionskomponenten zu mehr Materialeffizienz führen kann, verdeutlichte der Vortrag von Dr. Ralph Hofmann von der Evonik Resource Efficiency GmbH. Diese konnte durch die Verwendung eines neuen Hydrogen Verbunds den CO2-Fußabdruck eines zentralen Produktionsschritts um 35 Prozent senken. Holger Franke von der MVV Umwelt GmbH aus Mannheim zeigte mit der Phosphorrückgewinnung für Düngemittel aus Klärschlämmen ein weiteres Beispiel für Ressourcen- und Energieeffizienz auf. Durch Zugabe von Additiven findet in beheizten Drehrohren eine vollständige Schadstoffentfrachtung der Klärschlämme statt. Christoph Armbruster von der Bosch Energy and Building Solutions GmbH stellte mit der automatischen Überwachung von Filterkapazitäten eine weitere Möglichkeit der Materialeffizienz durch Digitalisierung vor. Abschließend gab Tobias Baier von der Mosca GmbH einen Einblick in ressourcenschonende Verpackungsprozesse.

Weitere Informationen zu EFFIMA und den verschiedenen Maßnahmen finden Sie unter www.effima-bw.de.

Autor

Mirjam Hofmann

Quelle

UKOM und UTBW

Ansprechpartner

Dr. Larissa Talmon-Gros

Larissa
Talmon-Gros
Company Position
0711 252841-35
Friedrichstraße 45
70174 Stuttgart
Deutschland