24.03.2017

6. Konferenz des Netzwerkes Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz

Die 6. BilRess-Netzwerkkonferenz fand unter dem Motto Digitalisierung und Ressourceneffizienz in Frankfurt am Main statt. Sie beleuchtete Zusammenhänge zwischen dem allgegenwärtigen Megatrend der Digitalisierung und der Aufgabe des Netzwerkes: der Ressourcenbildung. Einführungsvorträge von Dr. Michael Scharp, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), Gregory Grund, Mentorenprogramm Digitale Helden gemeinnützige GmbH, Ernst Tiemeyer, BiBB-Modellversuch Förderung von Nachhaltigkeitskompetenz für Auszubildende und das Bildungspersonal im Einzelhandel (FOENAKO), sowie Lisa Schleker vom Team der Universität Bremen für die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit, zeigten vielfältige Aspekte auf. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, Ressourcenbildung vorzunehmen und zu unterstützen.

Ein Beispiel sind Onlinekurse wie YouTube-Lernvideos oder Massive Open Online Courses (MOOC). Sie erreichen eine wesentlich größere Zielgruppe als dies mit Präsenzveranstaltungen möglich ist. Auch Abschlüsse mit Zertifikaten und Prüfungen für Hochschul-Credit-Points werden angeboten. Gruppen, die von der Personenzahl für lokale Lehrveranstaltungen zu klein sind und für die somit Ressourcenbildung schwer verfügbar ist, werden online gebündelt und mit dem gewünschten Wissen versorgt. Die zeitliche Entkoppelung kommt Lernenden entgegen: Sie können sich angepasst an betriebliche, berufliche oder persönliche Gegebenheiten dem Stoff widmen. Die Kurse schaffen damit zum Teil den erstmaligen Zugang zu Themen der Ressourcenschonung und -effizienz. Schleker stellte das Angebot der Universität Bremen vor: Die Module sind unter den Stichworten „Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit“ als Open Educational Ressources (OER) und auch als YouTube-Video für jeden Interessierten zugänglich.

Weitere Beispiele der digitalen Unterstützung für die Ressourcenbildung wurden in Lernstationen vorgestellt: Ein komplettes Lehrpaket zum Thema „Handy“ ist im Projekt LehrRess entstanden. Das Online-Spiel LandYOUs, entwickelt in einem Projekt der Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, beschäftigt sich mit dem Thema „Landnutzung“. Diese Materialien der Ressourceneffizienz-Bildung sind kostenfrei zugänglich. Software für die Materialflusskostenrechnung (MFCA) zeigte das ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg GmbH. Eine Variante dieser Software ist unter dem Namen bw!MFCA für Betriebe in Baden-Württemberg kostenfrei über Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz, verfügbar. Zudem bietet Umwelttechnik BW zur Software Schulungen an.

Welchen Ressourceneinsatz die Digitalisierung erfordert, wurde im Rahmen der Konferenz ebenfalls beleuchtet. Am Beispiel der Schulausstattung mit IT wurde die Komplexität dieses Themas deutlich: Schon hier war keine definitive Antwort möglich, ob der Aufwand für Technik und Infrastruktur durch die Wirkung der damit erzeugten Ressourcenbildung zumindest kompensiert wird. Viele Faktoren nehmen Einfluss und Bewertungen liegen noch nicht vor. Doch auch im Hinblick auf die Abhängigkeit Deutschlands von insbesondere Metallrohstoffimporten ist es unabdingbar wichtig, den Materialeinsatz zu minimieren. Recyclingkonzepte und ˗verfahren können die einmal importierten Materialmengen einer langdauernden Nutzung zuführen. Hier gaben die mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Schüler des Pascal-Gymnasiums Münster, Tino Beste, Tom Bösing und Arian Bäumer, mit Ideen zum Elektronikrecycling ein hervorragendes Beispiel. Die nächste Generation junger Forscher steht also schon in den Startlöchern. Das sollte selbstverständlich die älteren Forscher und Praktiker nicht aus der Verantwortung entlassen, schon heute beim Materialeinsatz und bei der Kreislaufführung die effizientesten Lösungen einzusetzen und nach den noch besseren zu suchen.

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Jürgen Römhild

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