29.04.2015

6. Treffen der Arbeitsgruppe "Ressourceneffizienz und Klimaschutz"

Seit 2013 treffen sich unter Führung der Initiatoren Hochschule Pforzheim, Drees & Sommer und Umwelttechnik BW interessierte Unternehmen, um sich zu Energie- und Materialeffizienz auszutauschen. Im April lud die Firma Witzenmann GmbH die Mitglieder der Arbeitsgruppe nach Pforzheim ein. Vor Ort informierten sich Vertreter der Firmen Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Fiber Engineering GmbH, Groz-Beckert KG, Junker-Filter GmbH und der Wieland-Werke AG vor einem Firmenrundgang in Fachvorträgen zum Methodenrepertoire.

Leicht übertragbare Beispiele demonstrierten wie Lean Management Werkzeuge genutzt werden, um in überschaubaren aber stetigen Schritten Abläufe zu straffen und den Ausstoß zu erhöhen. Wenn es um die Leistungsfähigkeit von Arbeitsgruppen geht, führen REFA-Techniken auf die nächste Erfolgsstufe. Management-Techniken stellen hierbei sicher, dass eine gute Balance zwischen Forderung und Motivation der Mitarbeiter gefunden wird. Mit Six-Sigma-Tools gelingen einzelnen Fertigungsprozessen durchbrechende Effizienzsteigerungen.

In der Diskussion zeigte sich, dass die Unternehmen der Arbeitsgruppe bereits gut auf die Anforderungen von Audits und sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen vorbereitet sind: Sie integrieren Qualität, Lean und Green bereits in kombinierten Maßnahmen. Als hochaktuell für die Beteiligten des Treffens kristallisierten sich die Auswirkungen des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) auf die Unternehmen heraus. Systeme nach DIN EN ISO 50001 oder DIN EN 16247 unterstützen die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Auf die Fragestellungen hierzu wird die nächste Zusammenkunft Antworten geben und Handlungsvorschläge erarbeiten.

Prof. Dr. Mario Schmidt vom Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim präsentierte ein neues Werkzeug für die Materialflusskostenrechnung (MFCA) und Philip Paschen, Geschäftsführer der Witzenmann GmbH, stellte ein erstes Fallbeispiel vor: Mit der Materialflusskostenrechnung gelingt es, eine neue gewinnorientierte Sichtweise bei der Priorisierung von Verbesserungsmaßnahmen zu erlangen. An dem neuen MFCA-Tool und dem bereits angebotenen bw!sankey-Tool zur Stoffstromvisualisierung bekundeten die Teilnehmer des Treffens großes Interesse. Umwelttechnik BW bietet zu beiden Tools kostenfreie Schulungen an.

Um Maßnahmen in Richtung Effizienz in den Firmen zu unterstützen bestehen mehrere Fördermöglichkeiten des Landes Baden-Württemberg. Dr.-Ing. Hannes Spieth, Geschäftsführer von Umwelttechnik BW, wies auf das Investitionsförderprogramm "Ressourceneffiziente Technologien Baden-Württemberg - ReTech-BW" hin, dass auch zukünftig Maßnahmen zur Materialeffizienz und zur Verbesserung der Rohstoffkreisläufe unterstützen soll. Mittelständische Unternehmen können außerdem eine zinsgünstige Förderung für Investitionen in geringeren Ressourcenverbrauch über die L-Bank in Anspruch nehmen.

Besonders ressourceneffizient produzierende Betriebe in Baden-Württemberg haben auch die Chance, als Leuchturm-Unternehmen im Rahmen des Projekts "100 Betriebe für mehr Ressourceneffizienz" ausgewählt zu werden.

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Jürgen Römhild

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