17.07.2015

75 Prozent Energie einsparen - bei gleicher Rührleistung ...

Der Kurzvortrag von Wolfram Bernhardt über das energieeffiziente, bionische Rührwerk seines Start-ups wusoa GmbH setzte den Schlusspunkt unter einen fachlich interessanten und gleichzeitig stimmungsvollen After Work Event zum Thema "Ökodesign".

Vor 50 Gästen führte Carl-Otto Gensch vom Öko-Institut in Freiburg in Rahmen und Richtlinien rund um Ökodesign ein. Die EU-Ökodesign-Richtlinie definiert Mindestanforderungen, die für die Hersteller von energierelevanten Produktgruppen verbindlich gelten. In das EU-Programm werden kontinuierlich neue Produktgruppen hinzugenommen. Hersteller sind aufgefordert, die Entwicklung des Regelwerks sorgfältig im Auge zu behalten. Die Forderungen an die Produkte von Morgen sind hierbei Reparaturfreundlichkeit, Wiederverwertbarkeit und sollen aus umweltgerechten Materialien, wie nachwachsenden Rohstoffen, bestehen.

Firmen, die die regulatorischen Entwicklungen für Ökodesign nicht beachten, werden von neuen Regularien kalt erwischt, was ganze Produktionslinien in Schieflage bringen kann, betonte auch Joachim Dietle. Der Entwicklungsingenieur der Firma Ziehl-Abegg stellte vor, wie in der Produktentwicklung von Ventilatoren verschiedene Ökodesign-Forderungen integriert werden können: Materialsubstitution durch nachwachsende Rohstoffe im Bereich Bio-Kunststoff ist ebenso möglich, wie Geräuschreduktion durch veränderte Geometrien der Flügel - hier haben die Ingenieure von Ziehl-Abegg wie die Kollegen der wusoa GmbH der Natur auf die Finger geschaut.

Ökodesign macht Sinn, bemerkte auch Helmut Geselle von der CM-Manufactory GmbH, nur den Preis dürfe es nicht hoch treiben. Er stellte dies eindrücklich an der Entwicklung der "eco"-Version des Sicherheitsnachschaltgeräts Safe 4 vor. Die Ingenieure konnten im umweltfreundlicheren Modell die Lastaufnahme zwar um 50 Prozent reduzieren, eine Bereitschaft der Kunden, deshalb für die Komponente mehr zu zahlen, ergab sich nicht. Dies sei dem Umstand geschuldet, so Geselle, dass die Komponenten seiner Firma von Anlagen- und Maschinenbauern gekauft werden, diese jedoch nicht sparen, wenn die Anlage im Betrieb kostengünstiger läuft.

Die von den Referenten freigegebenen Vorträge erhalten Sie im Zeitraum von drei Monaten nach dem After Work Event bei Florian Kopp von Umwelttechnik BW.

 

 

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