27.04.2016

Batterierecycling ist zentrales Thema der Elektromobilität

Eine Technologie-Roadmap des Fraunhofer Instituts (ISI) belegt, dass bis 2050 das Führen der Batterierohstoffe im Kreislauf notwendig ist, um Engpässe durch knapper werdende Ressourcen zu vermeiden. Nicht Lithium, sondern Kobalt wird kurzfristig zum begrenzenden Faktor. Kobalt stammt hauptsächlich aus dem Kongo. Bis auf Kobalt - und auch auf Lithium - durch neue Technologien in der Batterieproduktion verzichtet werden kann, besteht großer Entwicklungsbedarf.

Die Landesgagenturen e-mobil BW und Umwelttechnik BW stellten aus diesem Anlass das Batterierecycling in den Mittelpunkt eines Themenabends. Am 20. April 2016 wurden in Böblingen Szenarien des Recyclings von Batterien aus der Elektromobilität aufgezeigt. Vier Experten berichteten aus Praxis und Forschung.

Dabei wurden auch die Gesetzeswerke aufgezeigt, die je nach Einsatz der Lithium-Ionen-Batterien zu beachten sind. Herr Siebert von take-e-way erläuterte das Batteriegesetz und das Elektrogerätegesetz (ElektroG). Demnach wird sichergestellt, dass Inverkehrbringer an ein Batterierücknahmesystem angeschlossen sind. So ist de iure eine Rückführung vorgesehen. In der Praxis ist bereits der Transport von ausgedienten Lithiumbatterien aufwändig. Es bedarf besonderer Ladungssicherung durch Sammler und Entsorger, um Explosionen und Brände zu vermeiden. Auch zuvor bei der Fertigung der Batterien müssen im Hochvoltbereich besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden, führte Herr Kehn, Geschäftsführer von GreenIng GmbH & Co. KG, weiter aus. Dies kann vermieden werden, indem Batteriezellen zu getrennten Modulen unter 60 Volt geschaltet werden.

Zudem wurden Aufbereitungsmaßnahmen vorgestellt, wie der Lebenszyklus von Traktionsbatterien verlängert werden kann. Das senkt die derzeit noch hohen Kosten. Für eine Verlängerung des Batterielebens ist jedoch ein Design zur Wiederverwendung und Recycling notwendig. Bei der zerstörenden Verwertung wird der Batterieinhalt verflüssigt, die Bestandteile separiert und in neue Batterien gegossen. Dieser Vorgang ist nach Herrn Hack von der Ansmann AG derzeit aufwändig und teurer als primären Rohstoff zu beziehen. Für ein verlängertes Leben sprechen sich diverse "Second Life" Konzepte aus. Für die Verwendung ausgedienter Batterien aus der E-Mobilität, die weiterhin eine Kapazität von circa 80 Prozent haben, gibt es derzeit nur kleinskalige Beispiele. Die tatsächlichen Möglichkeiten ausgediente Traktionsbatterien aus mobiler Anwendung in stationären Speichern einzusetzen, wurde unter den Teilnehmern der Veranstaltung kontrovers diskutiert.

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