09.03.2017

Dampf aus Dänemark macht das Rennen beim Green Innovation and Investment Forum

Photovoltaik-Straßen, puristische E-Bikes, Moos-Wände gegen Schadstoffbelastung: Start-ups aus ganz Europa präsentierten auf dem dritten Green Innovation and Investment Forum am 8. März 2017 in Stuttgart zukunftsweisende Produkte und Lösungen, die Rohstoffe und Umwelt schonen. Drei herausragende Ideen wurde mit „GIIF Awards“ ausgezeichnet. Etwa 130 Gäste nahmen an der Veranstaltung im Steinbeis-Haus für Management und Technologie in Stuttgart-Plieningen teil.

Die 20 internationalen grünen Start-ups, die im Vorfeld aus knapp 70 Bewerbungen ausgewählt worden waren, stellten sich am Pitching Tag des Green Innovation and Investment Forum (GIIF) 2017 einemFachpublikum vor und knüpften wichtige Kontakte zu Unternehmen und Investoren. Drei der innovativen Ideen wurden am Ende des Tages ausgezeichnet.

Gewinner aus Dänemark, Frankreich und Deutschland Den GIIF Sientific Support Award erhielt das französische Start-up HySiLabs, das mit seinem emissionsfreien hydrogen-basierten Flüssigbrennstoff eine ausbaufähige Innovation für die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft vorstellte. Der GreenTech-Award Early Stage ging an die münchener CAALA GmbH mit einer Software für Lebenszyklusanalysen und Energiebedarfsberechnungen von Gebäuden. Mit der Software können negativen Umweltwirkungen wie Treibhausgasemission und Versauerung modelliert, sowie Baukosten mit einem Berechnungswerkzeug optimiert werden Den Hauptpreis, den GreenTech-Award Advanced Stage, nimmt das dänische Team von Heliac ApS mit nach Hause. Ihre Idee einer hochpotenziert lichtbündelnden Folie ermöglicht die kostengünstige und skalierbare Nutzung von Sonnenlicht zur Energieerzeugung selbst an lichtschwächeren Standorten und überzeugte die Fachjury. Die GreenTech-Awards wurden überreicht von Ulrike Steinbrenner vom Sponsor der Awards, Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg.

Inspirierende Keynotes von Jochen Wermuth und Bas van Abel Mit Vorträgen jeweils aus Sicht eines Investors und eines Gründers startete der Tag. Jochen Wermuth, Wermuth Asset Management, erläuterte in seiner Keynote, warum er gerne in den grünen Bereich investiere. Nicht nur Geld wolle er damit verdienen, sondern die aus seiner Sicht unabdingbar notwendige „Grüne Industrielle Revolution“ voranbringen. Bei den Innovationen, die es bedarf, um den Klimawandel noch zu stoppen, setze er eher auf Start-ups als auf etablierte Unternehmen. Es seien disruptive Technologien gefragt, die leichter zu verfolgen sind, wenn nicht der Status-quo eines laufenden Beriebs zusätzlich aufrecht erhalten werden müsse. Bas van Abel, Erfinder des nachhaltigen Smartphones Fairphone und Träger des Deutschen Umweltpreises 2016, gewährte einen authentischen und ehrlichen Einblick in das Seelenleben eines Start-ups. Mit der Firmengründung müsse sich ein Erfinder plötzlich mit Themen wie Businessplan, Finanzierung, Produktionsplanung und Marketing auseinandersetzen. Die Komplexität der Anforderungen führe schnell dazu, sich persönlich überfordert zu fühlen oder unliebsame Entscheidungen treffen zu müssen. Dafür sei es gut zu wissen, dass sehr viele Erfinder und Firmengründer an diesen Wachstumsschmerzen leiden würden. Das Ergebnis sei es jeodch wert, so van Abel. Wermuth und van Abel legten nach den Pitches den anwesenden Start-ups besonders an Herz, nicht nur ihre Technologie oder Innovation in den Mittelpunkt zu rücken, sondern auch sichtbar zu machen, was die Gründer motiviert, wofür sie brennen und für welche Werte ihr Unternehmen steht.

Bootcamp für Start-ups Am Tag zuvor hatten die zum Pitching Day eingeladenen Start-ups im Rahmen des Coaching Day intensive Beratung durch Experten zu ihren Bussinesplänen, der Finanzierung und der Patentierung ihrer Ideen erhalten. Im Pitching Battle konnten sie ihren Pitch für den nächsten Tag testen und durch das Feedback der Berater optimieren.

Zufriedene Gesichter bei den Veranstaltern Auch die Veranstalter und Unterstützer, neben Umwelttechnik BW und bwcon vorrangig InnoEnergy und die Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg, waren mit der dritten Auflage das GIIF zufrieden. Dr. Jürgen Jähnert, Geschäftsführer der bwcon GmbH, lobte die vielfältigen Produkte und Ideen, die in diesem Jahr präsentiert wurden. „Es ist schön zu sehen, dass unser Matchmaking-Event von Jahr zu Jahr internationaler wird und die Start-ups einem immer größeren Fachpublikum gegenübertreten können“, so Jähnert. Besonders die steigende Qualität der eingereichten Ideen hatte es Dr.-Ing. Hannes Spieth, Geschäftsführer der Landesagentur Umwelttechnik BW, angetan: „Tatsächlich war es in diesem Jahr schon im Vorfeld schwer, die 20 besten aus den knapp 70 Einreichungen auszuwählen. Die Menge der Einreichungen zum Themenfeld Energieerzeugung zeigt außerdem, wie sehr der grünen Start-up-Szene das Thema Energiewende bewusst ist. Beim Gewinner des Hauptpreises gaben am Ende die hohe Kosteneffizienz einer im Prinzip einfachen Idee und die hervorragende Skalierbarkeit der Technologie den Ausschlag.“

Mit der Vergabe des Sientific Support Awards an HySiLabs unterstützt Prof. Dr. Claus Lang-Koetz von der Hochschule Pforzheim in den kommenden Monaten ein Start-up, das von der wissenschaftlichen Begleitung durch sein Institut profitieren wird. „Die innovative Technologie, Wasserstoff aus einem Nebenprodukt der Industrie herzustellen, könnte interessant für die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft sein“, begründete Lang-Koetz seinen Zuschlag an das Gründerteam aus Frankreich.

Das vierte Green Innovation and Investment Forum findet Ende Februar 2018 statt.

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