16.12.2016

Digitalisierung – ein Hebel für mehr Ressourceneffizienz

Tagung Ressourceneffizienz durch Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung wird unter Begriffen wie Industrie 4.0 oder Internet of Things (IoT) aktuell auf breiter Basis diskutiert und bearbeitet. Dass die Digitalisierung nicht zum Selbstzweck geschieht, sondern von Unternehmen mit Zielen wie der fertigungstechnischen Weiterentwicklung, einer erhöhter Produktionseffizienz und der zukunftssichernden Innovation betrieben wird, ist vielen bewusst. Wie groß und breit ist aber die Wirkung der Digitalisierung auf die Ressourceneffizienz von Unternehmen? Welche Potenziale bieten sich? Welche Risiken bestehen, wenn Betriebe den digitalen Wandel nicht vollziehen, den Trend vorbeiziehen lassen? Welche Chancen sollten auch kleine und mittlere Unternehmen nutzen?

Diesen Fragen widmet sich eine Studie, die vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gemeinsam mit dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI-ZRE), dem Wirtschaftsministerium Hessen und der Umweltministerien Bayern und Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben wurde. Die Tagung Ressourceneffizienz durch Digitalisierung am 14. Dezember 2016 in Mannheim lieferte einen ersten Zwischenbericht des Forschungskonsortiums aus der TU Darmstadt, dem Fraunhofer IPA und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Den Rahmen für die Tagung und das Forschungsprojekt spannte der stellvertretende Leiter des Referats Umwelttechnik, Forschung und Ökologie vom Umweltministerium Baden-Württemberg, Dr. Christian Kühne auf. Moderiert durch Prof. Alexander Sauer vom Fraunhofer IPA beleuchteten anschließend Prof. Thomas Bauernhansl, ebenfalls FhG IPA, Thomas Rinn, Roland Berger GmbH, und Prof. Liselotte Schebek, TU Darmstadt, Aspekte des Tagungsthemas sowie die Projektstruktur der Studie.

Praxisbeispiele von Dirk Breitkreuz und Manuel Pistner, WETROPA Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG bzw. Bright Solutions GmbH, Werner Landhäußer, Mader GmbH & Co. KG, sowie Roland Kreitmeier, Siemens AG zeigten verschiedene Ausprägungen der Digitalisierung und deren Wirkung in den Unternehmen auf. Dabei wurde deutlich, dass die Digitalisierung Arbeitsabläufe vereinfachen, ja sogar entfallen lassen kann und Fehler vermeiden hilft. Die Ergebnisse sind kürzere Lieferzeiten, niedrigere Kosten und sichere Qualität. Die schrittweise Entwicklung im Unternehmen kann dahin gehen, Prozesse mit beiderseitigem Gewinn auf den Kunden auszulagern. Und sie kann sich bis zu neuen Geschäftsmodellen fortsetzen. Weitere Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Ressourceneffizienz wurden in einem Workshop mit den Tagungsteilnehmern gesammelt. Dabei kamen weitere Aspekte zur Sprache: Kurze Rückkopplung der Inspektionsdaten an den Fertigungsprozess, digital unterstützte Wartung mit Augmented-Reality-Systemen, Auswertung von Big Data für die Prozess-Stabilisierung, Assistenzsysteme für Werker u. v. m. Wir dürfen gespannt sein, wie vielfältig die Digital-Technologien die Ressourceneffizienz noch vorantreiben können. Die umfassende Bestandsaufnahme der Forschungsgruppe wird dazu im Sommer 2017 erwartet.

Wer bereits jetzt an der Verbesserung der Ressourceneffizienz in seinem Unternehmen arbeiten will, vielleicht auch schon mit digitalen Lösungen, für den bietet sich das kostenfreie Schulungsprogramm von Umwelttechnik BW an: Von Ansatzpunkten für Ressourceneffizienz nach VDI 4800 Blatt 1 bis zur Materialflusskostenrechnung nach DIN EN ISO 14051 können in drei Modulen Methoden und unterstützende Software-Tools erlernt werden. Die Software-Tools bw!sankey und bw!MFCA sind für baden-württembergische Unternehmen kostenfrei verfügbar. Ansprechpartner für das Schulungsprogramm ist der Autor.

 

Ansprechpartner

Jürgen Römhild

Jürgen
Römhild
Company Position
+49 711 252841-43
Friedrichstraße 45
70174 Stuttgart
Deutschland