02.07.2015

Drittes Treffen des Arbeitskreises "Biokohle" in Karlsruhe

Knapp 30 Mitglieder des Arbeitskreises Biokohle trafen sich in der Geschäftsstelle der AVA-CO2 Forschung GmbH im Karlsruher Rheinhafen zur dritten Arbeistkreissitzung, um sich vor Ort einen Überblick über die wesentlichen Verfahrensschritte bei der hydrothermalen Carbonisierung zu verschaffen.

Nach der Vorstellung des Geschäftsmodells einer HTC-Anlage wurden die Teilnehmer durch die Technikumsanlage geführt. Derzeit laufen in der Anlage Versuche zur Carbonisierung von Klärschlämmen unter verschiedenen Prozessbedingungen. Dabei umfasst ein Reaktionsansatz etwa sieben Tonnen Klärschlamm, der von den umliegenden Kläranlagen bezogen wird. Im Blickfeld steht die zukunftsweisende Technologie der Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlämmen unter Einbeziehung einer Carbonisierung. Nach Angaben des Unternehmens können so bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurückgewonnen werden.

Im anschließenden fachspezifischen Teil der Veranstaltung wurde die Erstellung einer Lebenszyklusmodellierung der Produktion von Biokohle dikutiert. Je nach gewähltem, weit fassbarem Bilanzrahmen, sind unter Verwendung unterschiedlicher Eingangsmaterialien stark divergierende Ergebnisse zu erwarten. Um einen Vergleich zu den konventionell zur Verfügung stehenden Verfahren zur Behandlung von Biomasse wie Kompostierung oder Vergärung anstellen zu können, soll auf einer Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften zhaw zurückgegriffen und aufgebaut werden und die vorhandene Wissensbasis zu diesem Themenkomplex optimal ausgenutzt werden.

 

Hintergrund

Der von der Landesagentur Umwelttechnik BW im November 2014 ins Leben gerufene Arbeitskreis hat das Ziel, im Kontext der Abfallwirtschaft die Verkohlung von biogenen Reststoffen - z. B. Klärschlamm, Grünschnitt o. ä. - zu beleuchten und Potenziale zu identifizieren.

Der Arbeitskreis umfasst aktuell 36 Mitglieder der baden-württembergischen Wirtschaft.

Die Mitglieder des Arbeistkreises planen sich in Zukunft noch stärker mit Expertengruppen auf Bundesebene zu vernetzen, um Aktivitäten zu bündeln und den Ausbau von Verkohlungsanlagen voranzutreiben. In Baden-Württemberg wurden bislang im Bundesvergleich die meisten Anlagen in Betrieb genommen.

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