22.11.2018

Energiewende auf der Kläranlage

Kläranlagen können in Zukunft als große Energiespeicher zur Energiewende beitragen. Dies verdeutlichte Prof. Dr.-Ing. Heidrun Steinmetz, Leiterin des Fachgebiets Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung, TU Kaiserslautern, beim Themenabend „Energieeffizienz auf Kläranlagen“. Umwelttechnik BW veranstaltete zusammen mit dem DWA Landesverband Baden-Württemberg den Abend, zu dem 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Literaturhaus Stuttgart kamen.

In vier Vorträgen wurden neue Konzepte diskutiert, die Kläranlagen als aktive Akteure zur Energiewende einbeziehen. So könnten Kläranlagen in Zukunft durch intelligentes Zu- und Abschalten von Stromverbrauchern Energie aus dem Stromnetz abnehmen, wenn dieser im Überschuss vorhanden ist. Das eigens produzierte Faulgas kann gespeichert werden und bei Bedarf Spitzenstrom im Blockheizkraftwerk erzeugen. Joachim Hölle, Geschäftsführer von Götzelmann + Partner GmbH, stellte ein neues Verfahren vor, mit dem Klärschlamm direkt zu Synthesegas umgewandelt wird. Das so gewonnene Gas kann gespeichert oder in das Erdgasnetz abgegeben werden. Energie kann auch eingespart werden, in dem die bestehenden Verfahren optimiert werden. Christian Eichhorst, Geschäftsführer der Weber Entec GmbH & Co. KG, stellte vor, wie mit Ultraschall-Behandlung des Klärschlamms eine über zehn prozentige Steigerung der Faulgasproduktion erzielt wird. Zum Schluss der Veranstaltung stellte der diesjährige Preisträger des Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung, Prof. Michael Sievers, Abteilungsleiter am CUTEC, die bio-elektrochemische Brennstoffzelle vor. Mit ihr kann direkt aus dem Abwasser Strom erzeugt werden. Mit Hilfe dieser Innovation könnten Kläranlagen in Zukunft energieautark werden.

Der informative Themenabend zeigte auf, dass wir mit intelligenten Lösungen und innovativen Techniken die Energiewende schaffen können.

Autor

Jürgen Schmidtke

Quelle

UTBW

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