11.02.2015

Erstes Green Innovation and Investment Forum voller Erfolg

Jungen Unternehmen mit grünen Geschäftsideen fehlt es häufig an Geld und Ressourcen, um ihre Produkte erfolgreich in den Markt einzuführen. Auf dem Green Innovation and Investment Forum (GIIF) in Stuttgart bekamen sie wertvolle Kontakte zu Investoren und Partnern quasi auf dem Silbertablett serviert und mussten nur noch eins: sich möglichst überzeugend präsentieren.

„Geschäftsideen aus dem Bereich der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz sind häufig technologiegetrieben und dementsprechend komplex“, erklärt Dr.-Ing.Hannes Spieth, Geschäftsführer von Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz in Baden-Württemberg. Dr. Jürgen Jähnert, Geschäftsführer der Stuttgarter bwcon GmbH ergänzt: „Bevor ein Investor Geld in die Hand nimmt, möchte er sicher sein, dass die Technologie funktioniert. Die Gründer müssen also gewisse Sicherheiten bieten – mindestens aber einen serienreifen Prototypen vorweisen können“.

Vor diesem Hintergrund haben bwcon und Umwelttechnik BW ein neues Forum geschaffen, das Start-ups mit grünen Geschäftsideen bereits in der frühen Phase der Unternehmensgründung unterstützt. Partner des Projekts sind die Firma KIC InnoEnergy und das EU-geförderte Alpine Space-Projekt FIDIAS. Ziel des Green Innovation and Investment Forums (GIIF) ist es, junge Unternehmen mit Investoren und Wirtschaftsunternehmen zusammenzubringen und ihnen so den Markteintritt zu erleichtern. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen hatten zwanzig Start-ups aus ganz Europa Gelegenheit, sich und ihre Geschäftsidee in Stuttgart einem Fachpublikum zu präsentieren.

Kostenlose Beratung und wertvolle Kontakte für junge Unternehmen

Am ersten Tag des Forums konnten sich die Firmen kostenlos zu klassischen Gründungsthemen wie Finanzierung, Patentschutz oder Businessplanung beraten lassen. „Für uns war die Rückmeldung der Experten sehr hilfreich“, sagt Dr. Günter Schneider, Geschäftsführer der Bietigheimer Storasol GmbH, die Hochtemperatur-Energiespeicher entwickelt. „Wir haben unsere Präsentation nach dem Coaching noch einmal überarbeitet.“ Am zweiten Tag ging es für die Start-ups darum, ihr Gründungsvorhaben in zehnminütigen Pitches möglichst überzeugend vor Kapitalgebern und Wirtschaftsunternehmen zu präsentieren. Mit dabei in Stuttgart waren namhafte Konzerne wie Robert Bosch, Mahle oder EnBW. „Wir sind immer auf der Suche nach Technologien, die Bosch weiterbringen“, erklärt Heribert Uhl, Senior Investment Director bei der Robert Bosch Venture Capital GmbH. Sein Unternehmen vermittelt Start-ups Kontakte zu Bosch-Tochterfirmen, die ihrerseits Thermotechnik oder Speicherlösungen entwickeln, investiert aber auch gezielt in vielversprechende Projekte.

Daneben waren zahlreiche Kapitalgeber in die Steinbeis Hochschule für Management und Technologie (SHMT) gekommen. „Als europäischer Investor sind wir immer auf der Suche nach vielversprechenden Geschäftsideen“, erklärte etwa Dr. Christian Müller, Geschäftsführer von KIC InnoEnergy Germany. „Bei der Vorauswahl zum GIIF haben wir bereits einige interessante Start-ups kennengelernt.“ Auf dem Forum selbst konnte sein Unternehmen weitere vielversprechende Firmen kennenlernen. „Uns ist es wichtig, dass Technologie, Markt und Menschen gleichermaßen überzeugen“, sagt Christian Müller und ergänzt: „Der wesentliche Erfolgsfaktor ist und bleibt aber das Team.“

Grüne Technologien stärken die Wettbewerbsfähigkeit

Dass innovative Ideen das Potenzial haben, im Markt zu reüssieren, betonte Prof. Eicke Weber in seiner Key Note. „Innovation und Unternehmergeist müssen Hand in Hand gehen, damit neue Technologien wettbewerbsfähig werden und zu angemessenen Kosten im Markt angeboten werden können“, so der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE). „Photovoltaik hat sich in den letzten Jahren in diese Richtung entwickelt. Weitere Technologien werden in den nächsten Jahren folgen. Das eröffnet spannende neue Möglichkeiten für zukünftige Investoren.“

Der Reifegrad der Entwicklungen, die auf dem GIIF vorgestellt wurden, war sehr unterschiedlich und das Spektrum der Projekte sehr groß. Vom Kunststoff, der aus Milch gewonnen wird über Bodenfliesen, die Bewegungsenergie in Strom umwandeln bis hin zu mobilen Akkus für Elektrofahrzeuge waren zahlreiche Ideen vertreten. Was aber alle Projekte in gleichem Maße gezeigt haben, ist, dass grüne Geschäftsideen nicht nur gut für die Umwelt sind, sondern sich auch wirtschaftlich lohnen. Viele der vorgestellten Technologien sparen wertvolle Ressourcen und steigern so die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Auch mit der Resonanz der Wirtschaftsunternehmen zeigten sich die Veranstalter zufrieden: „Das Feedback der teilnehmenden Firmen und Investoren hat uns gezeigt, dass Bedarf für eine solche Plattform vorhanden ist“, sagt Jürgen Jähnert von bwcon. Und Dr.-Ing. Hannes Spieth ergänzte: „Insofern gehen wir davon aus, dass es eine Neuauflage des GIIF im kommenden Jahr geben wird.“

Joaquin Soucheiron, CEO von KIC InnoEnergy, hielt vor den Start-ups am 10. Februar die Keynote.

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