25.03.2019

Förderprojekt Di-Plast mit Beteiligung von Umwelttechnik BW gestartet

Di-Plast steht für „Digital Circular Economy for the Plastics Industry”. Das Projekt adressiert folgende Herausforderungen: Die Branchen mit dem höchsten Kunststoffbedarf Verpackung und Bau setzen nur zu 8% (787kt) bzw. 18% (978kt) Rezyklate ein (Plastics Europe 2016). Hemmnisse sind: unklare Rezyklatqualität, instabiles Angebot, geringes Bewusstsein (EuPC 2017). Folgen sind Abhängigkeit von volatilen Märkten und hohe Belastungen für Umwelt und Gesundheit. Sieben Partner aus Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg entwickeln in dem Projekt gemeinsam digital basierte Tools, die die Verwendung von recyceltem Kunststoffmaterial fördern sollen um die Recyclingquoten zu erhöhen.

Vom 08.―­09. Januar 2019 fand das erste Projekttreffen im Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie statt. Dabei wurden die Zielsetzungen konkretisiert. Ein Ziel ist die Steigerung der Verwendung von recyceltem Kunststoffmaterial im Raum Nordwest-Europa um 18.000 Tonnen während der Projektlaufzeit. Dies soll über digital basierte Tools zur Qualitätssicherung beim Einsatz von recycelten Thermoplasten in den Branchen Bau und Verpackungen erreicht werden. Die Tools setzen an der gesamten Wertschöpfungskette von Recyclingkunststoffen an und sollen unter anderem die Produzenten von Kunststoffprodukten bei der Planung unterstützen, indem die Lieferbarkeit und die Spezifikationen des Sekundärgranulats durch analytische Nachweise auf höchstem Niveau gewährleistet werden. So sollen verlässliche Märkte mit einer stabileren Versorgung mit hochwertigen Sekundärkunststoffen entstehen. Im Fokus stehen hierbei Produktionsabfälle (pre-use). Die Tools sollen in vier Pilotanwendungen getestet und verbessert werden.

Umwelttechnik BW unterstützt über sein Netzwerk die Entwicklung und Umsetzung der Tools. Weitere Projektpartner sind das Wuppertal Institut (D), die SKZ-KFE gGmbH (D), der Stichting Polymer Science Park (NL), die Université du Luxembourg (LU), die Ontwikkelingsmaatschappij Oost Nederland NV (NL) und die Stichting Katholieke Universiteit Brabant (NL).

Interessenten aus der Kunststoffwertschöpfungskette können sich an unseren Ansprechpartner Dr. Joa Bauer wenden. Es bestehen unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung für Unternehmen, Netzwerke und andere Institutionen.

Das Projekt wird über den European Regional Development Fund im Rahmen von Interreg NWE gefördert und läuft bis April 2022.

Autor

Dr. Joa Bauer

Quelle

UTBW
Bildquelle UTBW

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