03.04.2017

WASSER BERLIN INTERNATIONAL - Neue Herausforderungen der internationalen Wasserwirtschaft nachhaltig und innovativ meistern

Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Gunther Adler hielt die Keynote zu Ressourceneffizienz im Wassermanagement und führte damit in das Leitthema des Fachkongresses, Energie- und Ressourceneffizienz in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, ein. Adler betonte, dass die Deutsche Wasserwirtschaft andere Staaten bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele unterstützen kann: „Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Wassermangel verstärkt soziale, politische oder wirtschaftliche Krisen oder kann diese auch auslösen.“ Deutschland wolle helfen, andernorts Trinkwasser-Kapazitäten aufzubauen. Es ginge dabei nicht nur um einen Markt für Wasser- und Abwassertechnik, sondern um ein wichtiges gesellschaftliches Engagement im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele, so Adler. Er bekräftigte, dass die Bundesregierung den Export von Umwelttechnologien und internationale Beratungsangebote für den Schutz von Wasserressourcen weiter fördern werde.

Auch knapp 30 Unternehmen und Start-ups aus Baden-Württemberg stellten ihre innovativen Lösungen für Wasser- und Abwassertechnologien in Berlin vor. Das Unternehmen Lorenz GmbH & Co. KG, Spezialist für Wasser- und Funkwasserzähler, fertigt Produkte nicht wie viele Konkurrenten aus Kunststoff, sondern mit einem stabilen Messinggehäuse. Gebrauchte Wohnungswasserzähler werden zum Beispiel nach Ablauf der Eichfrist zurückgenommen und wiederverwertet. Durch dieses Konzept können 75 Prozent des zurückgelieferten Materials wiederverwertet werden. In 25 Prozent der produzierten Wasserzähler setzt die Firma wiederverwendetes Material ein. Für dieses nachhaltige Konzept nahm das Land Baden-Württemberg die Firma Lorenz in die Reihe der „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ auf.

Am Stand der Firma LimCo International GmbH aus Konstanz ließen sich Daten des selbst entwickelten Biosensors live visualisieren. Der Biomonitor erfasst kontinuierlich die Auswirkungen von Schadstoffen in Flüssen, Grundwasser und Abwasser mit Hilfe empfindlicher Zeigertierarten. Der Biomonitor ist vernetzt und bietet dadurch eine Lösung zum Schutz der Ressource Wasser in der Industrie 4.0.

Das Start-up enOware GmbH mit Sitz in Karlsruhe präsentierte sein neues Produkt GEOsniff Messmolch, ein kabelloser Sensor in Kugelform mit einem Durchmesser von 20 Millimeter für in-situ Messungen von Druck und Temperatur im Bereich oberflächennaher Geothermie. Dieser Sensor wurde mit dem European Geothermal Innovation Award 2017 ausgezeichnet.

Eine innovative Lösung für Ressourceneffizienz in der Abwasserwirtschaft zeigte die Firma Uhrig Kanaltechnik GmbH mit Sitz im Geisingen an. Mit dem Wärmetauschersystem Therm-Liner kann Wärme aus Abwasser zurückgewonnen werden, um Gebäude im Winter zu heizen oder auch im Sommer zu kühlen. Abwasserwärmenutzung ist eine weniger bekannte regenerative Energie. Mit der Energiequelle Abwasser in Verbindung mit einer modernen Wärmepumpentechnik kann der Kohlendioxidausstoß von Gebäuden bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Die Messe WASSER BERLIN INTERNATIONAL fand vom 28. bis 31. März 2017 statt. 450 Aussteller aus 26 Ländern präsentierten ihre neuesten Technologien im Bereich der Wasser- und Abwasserentsorgung.

Ansprechpartner

Jürgen Schmidtke

Dipl.-Ing.
Jürgen
Schmidtke
Umwelttechnik BW GmbH
Projektleiter Umwelttechnik
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